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Werkstatt Software Freeware Schweiz: was ist gratis

Gratis-Werkstattsoftware in der Schweiz: was wirklich nichts kostet, welche Fallen lauern, und wann sich der Umstieg auf eine bezahlte Lösung lohnt.

Schraubr Team
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“Gratis-Software für die Werkstatt” — das versprechen viele Anbieter. Die ehrliche Antwort: gratis ist selten gratis, und bei Software für die Schweizer Werkstatt erst recht nicht. Was kostet wirklich nichts? Was kostet später? Und ab wann lohnt sich der Wechsel auf eine bezahlte Lösung? Hier kommt der nüchterne Überblick.

Drei Bedeutungen von “Freeware”

Bevor wir Anbieter vergleichen, müssen wir das Wort klären. “Freeware” bedeutet in der Werkstatt-Software-Welt drei verschiedene Dinge:

Open Source. Quellcode offen, Lizenz frei, keine Kosten. Du installierst auf deinem Server, du betreust, du sorgst für Backups. Beispiele: ERPNext, Tryton mit Branchenmodul. Werkstatt-spezifisch gibt’s so gut wie nichts auf Deutsch und gar nichts mit Schweizer QR-Rechnung von Haus aus.

Freemium. Grundfunktionen gratis, Erweiterungen kostenpflichtig. Hier tummeln sich die meisten relevanten Schweizer Anbieter. Du zahlst nichts, solange du klein bleibst — sobald du die Grenze sprengst (Fahrzeuge, Rechnungen, Nutzer), zahlst du eine Pauschale.

Trial-Software. “30 Tage gratis testen, danach CHF 79/Monat.” Das ist keine Freeware. Das ist eine Probezeit.

Wer mit “Freeware” wirklich gratis sucht, lebt im Freemium-Land. Open Source ist für die meisten Werkstätten zu betreuungsintensiv.

Was eine kostenlose Lösung leisten muss

Bevor du eine Lösung als Freeware akzeptierst, prüf, ob sie die Grundpflicht abdeckt:

  • Kundenverwaltung: Name, Adresse, Telefon, E-Mail. Mehrere Fahrzeuge pro Kunde.
  • Fahrzeugverwaltung: VIN, Kennzeichen, Stammnummer, MFK-Termin, Kilometerstand. Verknüpft mit dem Halter.
  • Rechnung mit QR-Code: konforme Schweizer QR-Rechnung, IBAN-validiert, 5-Rappen-Rundung.
  • Service-Eintrag: Was wurde gemacht, mit welchen Teilen, an welchem Datum, von wem.
  • Trilingual (oder mindestens DE): Schweiz hat drei Amtssprachen — eine Software, die nur Deutsch kann, ist im Tessin und in der Romandie nutzlos.

Wer eine kostenlose Software anbietet, die nicht alle fünf Punkte abdeckt, baut etwas anderes und nennt es zufällig “Werkstatt-Software”. Finger weg.

Was darüber hinausgeht ist Bonus

Online-Buchungsseite, WhatsApp-Versand, Reifenlager, Steuer-Export — das sind Annehmlichkeiten, keine Pflicht. Wer die Pflichtfeatures kostenlos liefert und dafür bei den Annehmlichkeiten bezahlt sehen will, baut ein faires Modell.

Wo Freeware aufhört

Selbst die besten Freemium-Lösungen haben Grenzen. Drei kommen regelmässig:

Fahrzeug-Limit. Bei 10, 20 oder 50 Fahrzeugen ist Schluss. Klingt viel — bei einer Garage, die ein paar Stammkunden mit je 2 Autos hat, sind 20 Fahrzeuge in einem Monat überschritten.

Nutzer-Limit. Eine Person darf rein, gut. Bei zwei Mechanikern + Büro brauchst du drei Logins — und dann zahlst du.

Werbung im Kunden-Output. Manche Anbieter drucken “Erstellt mit XY” auf die Rechnung. Auf die Rechnung an deinen Kunden. Das ist Geschmackssache, aber es wirkt unprofessionell. Frag im Verkaufsgespräch direkt nach.

Wenn eines dieser Limits dich einschränkt, ist die Frage: zahlst du die Pauschale, oder wechselst du den Anbieter? Beides ist legitim. Hauptsache, du fällst nicht in die Falle, jeden Monat im Limit zu kratzen und dich zu ärgern.

Schweizer Lösungen im Vergleich

Die Marktlage Mai 2026, mit Fokus auf das, was wirklich gratis ist:

  • Carlo Werkstatt: Freemium, Schweizer Anbieter, QR-Rechnung inklusive. Limit ungefähr 30 Fahrzeuge pro Monat im Free-Plan. Bezahlt ab CHF 49/Monat.
  • Schraubr: Freemium, gehostet in der Schweiz, QR-Rechnung + WhatsApp + Buchungsseite. Limit 10 Fahrzeuge im Free-Plan, ab dann CHF 30/Monat. Trilingual, kein Werbe-Stempel auf der Rechnung.
  • AutoIT Werkstatt (deutscher Anbieter): kein eigentliches Free-Tier, sondern 30 Tage Trial. Danach ab EUR 89/Monat. Schweizer QR-IBAN-Support eher schwach.
  • Lokale, individuell entwickelte Lösungen: gibt’s bei einigen Treuhandbüros und IT-Beratern. Oft gratis “weil Eigenentwicklung”, dafür ohne Support und ohne Updates. Risikoreich.

Ein generelles Muster: schweizerische Anbieter sind in Sachen QR-IBAN, 5-Rappen-Rundung und Trilingualität voraus. Internationale Lösungen sind funktional reicher, aber lokalisieren halbherzig.

Ab wann sich der Umstieg lohnt

Drei harte Signale, dass du aus der Freeware rauswachsen solltest:

  1. Du bezahlst die Pauschale schon mental. Wenn du jede Woche an die Funktion denkst, die nur in der Bezahl-Version existiert, ist die Pauschale günstiger als deine Zeit.
  2. Die Datenmenge wird das Problem. Du hast 80 Stammkunden, jeder mit Auto und MFK-Termin. Eine Tabellenkalkulation reicht nicht mehr. Eine kostenlose Lösung mit 10-Fahrzeug-Limit auch nicht.
  3. Du brauchst Mehr-Nutzer. Sobald ein zweiter Mechaniker mitmachen soll, ist der Free-Plan meistens am Ende.

Die ehrliche Antwort: CHF 30 pro Monat sind eine Stunde Arbeitslohn in der Werkstatt. Wer mehr als eine Stunde pro Monat mit der falschen Software kämpft, hat die falsche Software.

Trauglieder: Hosting und Support

Bei kostenpflichtigen Schweizer Anbietern bekommst du in der Regel:

  • Schweizer Hosting: Daten bleiben in der EU/CH, nDSG-Konform.
  • Support auf Deutsch (Französisch, Italienisch): nicht über Mailadresse in Indien.
  • Updates inklusive: keine separate Lizenzpflege.

Das sind Punkte, die im Gratis-Tier oft eingeschränkt sind. Bei Schraubr nicht — wir hosten auf Hostinger Schweiz, supporten auf allen drei Landessprachen, und Updates passieren ohne dein Zutun.

Fazit

“Werkstatt Software Freeware Schweiz” ist die richtige Suchanfrage. Aber wer ehrlich rechnet, landet schnell bei der Frage: was kostet meine Zeit, gegen was kostet die Software. CHF 0 für 10 Fahrzeuge ist ein guter Einstieg. CHF 30 für unbegrenzt ist Industrie-Standard und meistens das günstigere Gesamtpaket — wenn dich die Software nicht behindert.

Probier eine Lösung zwei Wochen aus. Wenn sie sich versteckt, ist sie nicht für dich.